Corona-Apps: Gefahr für den Datenschutz?

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Mit Stand 20.04.2020 liegt die einsatzbereite Corona-Tracing-App noch nicht vor. Die Datenspende-App ist bereits im Verkehr. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht beide Corona-Apps.

Datenspende-App

Man veröffentlichte die Datenspende-App am 07.04.2020, die Nutzung ist freiwillig. Zweck der App ist es, ergänzende Informationen dazu zu liefern, wo und wie schnell sich dass SARS-CoV-2 Virus in Deutschland ausbreitet. Die App funktioniert mit bestimmten Fitness-Tracking-Apps auf Smartphones oder Fitnessarmbändern, welche Daten wie Ruhepuls, Schlaf und Aktivitätsniveau erfassen, sowie Daten, welche der Benutzer in der eigenen Fitness-App eingegeben hat. Dies können Angaben zu Alter, Größe, Geschlecht und Gewicht, also Gesundheitsdaten, sein. Dabei werden die Daten nicht anonymisiert sondern pseudonymisiert. Damit unterliegen die Daten der DSGVO. Der Quellcode ist nicht öffentlich verfügbar, sodass IT-Expert*innen und Datenschutzrechtler*innen derzeit nicht überprüfen können, ob die App datenschutzkonform ist und sicherheitstechnisch akzeptabel. Vom RKI wird die Datenspende-App als wichtige Informationsquelle beworben, um weitere Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 zu ergänzen.

Weitere Informationen unter www.rki.de

Tracing-App

Mit dieser App soll es möglich sein, Infizierte nachzuverfolgen und diejenigen, welche mit diesen Kontakt hatten, zu warnen. Die Daten sind anonymisiert. Die App soll quellcodeoffen sein. Es sollten möglichst viele Menschen freiwillig eine App auf dem Handy installieren. Befinden sich Handys, welche die App installiert haben, in unmittelbarer Nähe zueinander, speichern sie gegenseitig die IDs. Sobald bei einem der User eine Corona-Virusinfektion diagnostiziert wird, kann der/die Nutzer*in freiwillig die lokal gespeicherten Daten an einen zentralen Server beim RKI übertragen. Von dort aus informiert man alle Betroffenen, die mit der infizierten Person in Kontakt waren, sodass sie entsprechend reagieren können.

Weitere Informationen unter netzpolitik.org

Autorin: Tanja Roßmann


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