Seniorengrechte Mobilität in Rheinland-Pfalz

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Die räumliche Struktur des Bundeslandes Rheinland-Pfalz ist außerhalb der Städte überwiegend geprägt von Ortschaften kleiner und mittlerer Größe. Innerhalb dieser und zwischen ihnen existieren vielfältige Verkehrsbeziehungen, einen gut ausgebauten ÖPNV gibt es allerdings nur auf wenigen Strecken. Neubaugebiete, Gewerbestandorte und Freizeitziele sind oft nicht zu erreichen.

Ländlicher Raum mit starken Einschränkungen im Bereich des ÖPNV

Für den nicht mit dem Auto mobilen Teil der Bevölkerung – und damit für viele Menschen ab Mitte 60, besonders aber ab einem Alter von 70 oder 75 Jahren – kommt erschwerend hinzu, dass durch den Wandel der Wirtschaftsstruktur und der Versorgungsinfrastruktur im ländlichen Raum Handel und Dienstleistungen zunehmend aus den kleinen Dörfern herausgehen. Lebensmittelgeschäfte, die Post, Banken, Ärzte oder Gastronomiebetriebe finden sich dann vielfach nur noch in den Verbandsgemeinden als den zentralen Orten.

Projekt „Bürgerbusse“ verbessert nicht nur die Mobilität von Senioren in Rheinland-Pfalz

Mobilität Senioren Rheinland-Pfalz
Internetauftritt des Projekts „Bürgerbusse Rheinland-Pfalz“ (Quelle: www.buergerbus-rlp.de; Screenshot: WEKA-Redaktion)

Vor diesem Hintergrund wurde 2010 das Projekt „Bürgerbusse Rheinland-Pfalz“ gestartet. Es ist auf die Beratung zum Aufbau umfassender Mobilität im ländlichen Raum angelegt und will den öffentlichen Verkehr weiter stärken. Bürgerbusse können vor allem dort eine Ergänzung sein, wo regelmäßiger Linienverkehr in dünn besiedelten Regionen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann.

Bürger fahren für Bürger

Das von der Landesregierung geförderte und von der Berliner Agentur Landmobil durchgeführte Projekt berät und begleitet dazu lokale, bürgerschaftlich engagierte Gruppen – von der ersten Idee eines Bürgerbusses bis hin zur Umsetzung eines entsprechenden Angebots.

Lokale Organisation als Stärke

Die Stärke des Projekts, bei dem Bürger für Bürger fahren, ist die lokale Organisation des ehrenamtlichen Engagements im lokalen öffentlichen Verkehr. Das gemeinsame Interesse an guten Mobilitätsangeboten für alle Bevölkerungsgruppen an der Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum verbindet die Menschen.

Um einen Bürgerbus in der jeweiligen Gemeinde zu etablieren, wird idealerweise ein Bürgerbusverein gegründet, der das Angebot konzipiert. Die Rechtsträgerschaft übernimmt zumeist die Verbandsgemeinde. Der Bürgerbus fährt vor allem im Nahbereich und verbindet beispielsweise die Ortsgemeinden mit der Verbandsgemeinde.

Dass der Ansatz der Stärkung bürgerschaftlichen Engagements greift, zeigt sich allein an der quantitativen Entwicklung: Gab es Anfang 2010 noch sieben Bürgerbusse im Land, lagt die Anzahl im Januar 2020 bei 75.

Mehr Informationen: www.buergerbus-rlp.de

Autor: Wolfram Markus


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