Warum Städte smart werden müssen

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Eine smarte Stadt mit anpassungsfähigen Strategien, Institutionen und Richtlinien funktioniert viel besser als eine, bei der ein solcher Rahmen fehlt. Wo aber liegen die hauptsächlichen Herausforderungen für Städte?

Gebäudesektor: Mit intelligenter Technologie gegen Energieverschwendung

Gebäude verantworten rund 40 % des globalen Energiekonsums. Intelligente Technologien sind in der Lage, die Energieeffizienz von Gebäuden enorm zu verbessern. Mithilfe von Sensoren kann man z.B. betriebsrelevante Daten sammeln und so Beleuchtung, Beheizung und Kühlung eines Gebäudes automatisch regulieren – zur genau richtigen Zeit, am genau richtigen Ort.

Mobilität und Logistik: Überlastung durch Verkehr

Staus, Parkplatzprobleme und die enorme Zunahme des Lieferverkehrs mit der Folge von noch mehr Lärm sowie Abgasemissionen – das belastet die Lebensqualität in Städten und strapaziert die öffentliche Infrastruktur.

Diese „intelligenten“, „grünen“ Transportlösungen kann eine smarte Stadt einsetzen und es den somit Menschen leichter machen, sich ohne eigenes Auto in der Stadt zu bewegen:

  • Emissionsfreie Transportmittel des ÖPNV
  • Geteilte Mobilität fördern: dazu gibt es Vorrangregelungen für emissionsfreie Personenwagen und reservierte Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge, vorwiegend Elektroautos.
  • Mobilitätszonen ermöglichen einen leichten Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und stellen dazu Haltestellen für Mitfahrgelegenheiten bereit. Sie bieten sichere Fahrradstellplätze, Zugang zu Leihrädern und Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Ressourcenverschwendung vermeiden

Städte gehen zum Teil recht verschwenderisch mit natürlichen und „künstlichen“ Ressourcen um.

Flächen

Dem Autoverkehr steht viel urbane Fläche zur Verfügung. Dabei handelt es sich nicht nur um Straßen, sondern auch Parkplätze, auf denen die Fahrzeuge dann den ganzen Tag über abgestellt bleiben, ohne dass sie gebraucht würden.

Luft und Ruhe

Der dichte Individualverkehr belastet die Luft und stört das menschliche Grundbedürfnis nach Ruhe. Der für Menschen und Tiere lebensnotwendige Sauerstoff dient als ein Betriebsmittel für Verbrennungsmotoren, die dann schädliche Abgase emittieren. Die Ruhe als in ihrer Bedeutung für die Lebensqualität bedeutendes Naturgut ist wegen des Verkehrslärms quasi nicht mehr vorhanden.

Wasser

Wachsende Bevölkerung, hohe Einpendlerzahlen und der urbane Lebensstil mit besonderen Ansprüchen an die Hygiene beeinflussen den Wasserverbrauch der Städte. Weil aufgrund der Bodenversiegelung und des klassischen Konzepts der schnellen Ableitung von Niederschlägen in den urbanen Zentren selbst kein Wasser versickert oder gespeichert wird, werden in wachsendem Maße die Trinkwasserressourcen des Umlands angezapft. Das hat gravierende Folgen für den Wasserhaushalt und die Natursysteme.

Energie

Städte „erzeugen“ enorme Mengen an Wärme. Sie kommt von Heizanlagen, entsteht durch Sonneneinstrahlung, wird als Körperwärme, von Beleuchtungskörpern und elektrischen bzw. elektronischen Geräten abgestrahlt. Wir lüften diese Wärme in der Regel weg, sie geht also für eine sinnvolle Nutzung verloren.
Eine smarte Stadt wird künftig der im Zusammenhang mit dem Betrieb von Gebäuden entstehenden (Ab-)Wärme besonderes Augenmerk widmen müssen, um die Stadt energieeffizienter zu machen.

Geldmittel

Fehlplanungen z.B. als Folge lückenhafter Entscheidungsgrundlagen oder wiederkehrende Schäden an der Infrastruktur durch die Häufung von Starkregenereignissen und Hitzewellen belasten städtische Kassen. Die smarte Stadt findet Mittel und Wege, teure, das Geld der Steuerzahler verschwendende Irrwege bei Bau- und Verkehrsvorhaben weitgehend zu vermeiden. Außerdem muss sie angesichts der Folgen des Klimawandels ihre Widerstandsfähigkeit gegen extreme Wetterereignisse stärken. Dazu kann man z.B. die Genauigkeit lokaler Vorhersagen für Starkregen verbessern und wasserwirtschaftliche Anlagen automatisiert steuern, um große Niederschlagsmengen kontrolliert abzuleiten und ggf. zu speichern, damit sie keine Schäden verursachen können.

Digitale Spaltung: Online-Services müssen alle Bürger erreichen

Eine der großen Herausforderungen insbesondere für wachsende Städte ist, ihren Bürgern ohne Ausnahme den einfachen Online-Zugang zu Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Institutionen, zum Bildungssektor und zum Gesundheitswesen zu ermöglichen. Das setzt zum einen den Auf- und Ausbau einer hoch leistungsfähigen Infrastruktur für den Anschluss an das Internet voraus. Zum anderen bedarf es der Entwicklung und Förderung von Projekten, die einen alltagstauglichen (!) Mehrwert für die gesamte Bevölkerung bieten.

Menschen wollen Informationsangebote, die ihnen im täglichen Leben helfen, unnötigen Zeitaufwand zu vermeiden und in dringenden Angelegenheiten oder gar Notfällen sofort Orientierung zu haben. Zum Beispiel:

  • Wann endet die Frist für die Abgabe des Zuschussantrags zu den Schülerbeförderungskosten unserer Kinder, und kann ich den entsprechenden Antrag gleich online ausfüllen?
  • Ist das gern besuchte Freibad auf der anderen Seite der Stadt heute geöffnet, oder werden wir bei 35 °C sommerlicher Gluthitze umkehren müssen, weil kurzfristig wegen Personalmangels geschlossen wurde und die Webseite der städtischen Bäder- und Freizeit GmbH nicht darüber informierte?
  • Wie komme ich im Zusammenhang mit einem im Gemeinderat vor Längerem behandelten Thema gezielt an zuverlässige, kompakt präsentierte Informationen, ohne auf der Homepage meiner Heimatstadt umständlich zu bedienende Suchfilter benutzen und mich durch langatmige Sitzungsprotokolle arbeiten zu müssen?
  • Kann ich unkompliziert einen neuen Reisepass beantragen, die dafür erforderlichen Formulare schon einmal am Wochenende bequem zu Hause am Computer ausfüllen, um dann nur noch für die wenige Minuten dauernde Identitätsprüfung ins Rathaus zu müssen?

Antworten auf Fragen wie oben mag es durchaus im Internetangebot von Kommunen geben, nur sind sie in vielen Fällen nicht schnell, ohne umständliches Suchen abrufbar. Der Normalbürger kapituliert schnell vor der verwirrenden Menüführung städtischer Webseiten und ist damit vom digitalen Informationsangebot seiner Kommune ausgeschlossen.

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Autor: Wolfram Markus


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