Facebook, Twitter und Co. – Social Media in der Politik

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Politische Diskussionen auf Twitter, Einblicke ins Privatleben auf Facebook und Schnappschüsse vom Wahlkampf-Stand auf Instagram: In der Politik ist Social Media ein wichtiges Instrument für öffentliche und politische Präsenz. Dazu muss man nicht erst das Bild des ständig „twitternden“ 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, vor dem geistigen Auge erscheinen lassen. Die sozialen Medien werden auch von deutschen Politikern eifrig genutzt, allen voran die Bundestagsabgeordneten.

97 % der Bundestagsabgeordneten nutzen Social Media

Der Digitalverband Bitkom legte im September 2017 auf Basis einer Sonderauswertung des Bloggers und Politikberaters Martin Fuchs (Hamburger Wahlbeobachter) Zahlen zu den Social Media-Aktivitäten der MdBs des damaligen 18. Deutschen Bundestages vor. Demnach waren im Jahr 2017 genau 608 der insgesamt 630 Bundestagsabgeordneten in mindestens einem sozialen Netzwerk aktiv (97 %). Am populärsten ist dabei Facebook (580 von 630; 92 %), gefolgt von Twitter (387 von 630; 61 %) und Instagram (196 von 630; 31 %).

Über alle Social Media-Kanäle hinweg am aktivsten sind Vertreter der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen (63 von 63; 100 %), gefolgt von SPD (191 von 193; 99 %), Die Linke (62 von 64; 97 %) und CDU/CSU (291 von 309; 94 %).

Social Media Politik
Social Media-Nutzung von Bundestagsabgeordneten (Quelle: Bitkom)

 

Schlusslicht: Bremer Abgeordnete

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede in der Social Media-Nutzung der MdBs. Je nach Heimat-Bundesland sind die Mandatsträger in den sozialen Netzwerken unterschiedlich stark vertreten. Am aktivsten erweisen sich Abgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland und Thüringen mit jeweils 100 %. Das Schlusslicht bilden Mandatsträger aus Bremen mit einer Social Media-Nutzung von 67 %.

„Digital-Kommunikatoren“ in der Kommunalpolitik

Für die Kommunalpolitikerin Christine Wernicke aus Uckerland in Brandenburg bringt Facebook eine „Versachlichung“ in viele Debatten. „Die Leute kommen gut informiert und viel häufiger als früher, sogar zu Gemeindevertreterversammlungen“, wird die Ex-Bürgermeisterin in einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung zitiert. Shitstorms, eine vielfach gefürchtete Reaktion der Netzgemeinde auf unliebsame Themen, sind in den Augen Wernickes auch kein Problem. Die habe es nicht mal beim Thema Windkraft gegeben, wo sonst die Emotionen auf dem flachen Land hochschlagen.

Die parteilose Mandatsträgerin hat sich ihre positive Beziehung zu den sozialen Netzwerken erarbeitet. Sie ließ sich mit dem Programm „Politikerinnen im Netz“ von einer Social Media-Expertin schulen.

Autor: Wolfram Markus


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