Bauen in den Kommunen: Nachhaltigkeit ist Pflicht

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Der Bausektor hat bei der nachhaltigen Stadtentwicklung eine herausragende Funktion inne. Es bestimmt wesentlich mit, welchen sozioökonomischen Kurs die Kommune einschlägt und hat einen wichtigen Anteil an der Versorgung der Bürger mit Wohnung, Infrastruktur und Arbeitsplätzen.

Das Nachhaltigkeitsgebot wurde im Baugesetzbuch (BauGB) verankert und schreibt vor, dass sich die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen in den Bauleitplänen wiederfinden. Richtschnur für Nachhaltigkeit und Bauen in Kommunen ist damit eine sozialgerechte Bodennutzung, die dem Wohl der Allgemeinheit dienen soll.

Kompletter Lebenszyklus eines Hauses

Nachhaltiges kommunales Bauen – das schließt den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes ein: den Neubau, den Unterhalt inklusive Energie- und Materialverbrauch sowie den Abriss mit der Entsorgung des Abrissschutts. Schätzungen zufolge macht der Bauabfall 40% der gesamten Abfallmenge bundesweit aus. Außerdem gehört zum nachhaltigen Bauen die weitreichende Betrachtung der Umweltfolgen und die sorgfältige Abwägung darüber, welche Materialien für die Nachhaltigkeit beim Bauen in Kommunen genutzt werden. Bei der Sanierung im Bestand geht es um die Reduzierung von Kohlendioxid und generell um die verstärkte Anwendung von Gebäudepässen und Energiebedarfsausweisen.

Ein Dreiklang an Maßnahmen ist die Basis des nachhaltigen Bauens:

  • Senken des Energieverbrauchs während der Bau- und der Nutzungsphase
  • vorhandene Gebäude und Flächen optimal nutzen und so weiteren Flächenverbrauch reduzieren
  • weniger Abfall produzieren, umweltverträgliche Bauwertstoffe wählen und Wertstoffe wiederverwenden

Stadtgestaltung und städtebauliches Leitbild

Aber selbstverständlich haben Kommunen nicht nur eine Verantwortung, selbst nachhaltig zu bauen und zu gestalten, sie haben mit dem Flächennutzungsplan und der Bauleitplanung auch effiziente Hebel, ihre Bürger zum nachhaltigen Bauen zu bewegen. Unterstützend wirkt dabei in vielen Kommunen ein städtebauliches Leitbild, in dem die Gemeinden die für sie wichtigen Nachhaltigkeitsziele erarbeiten.

So können Kommunen beispielsweise in Bauleitplänen und städtebaulichen Verträgen festsetzen, dass Bauvorhaben mit einem bestimmten Anteil von recycelten Baustoffen umgesetzt werden müssen, sie können bessere Energieeffizienz beim Bauen und den Einsatz erneuerbarer Energien in Neubauten fordern, umweltfreundliches Bauen und Sanieren finanziell unterstützen und vieles andere mehr.

Weitere Informationen unter www.umweltbundesamt.de, Stichwort „Nachhaltigkeit und öffentliches Baurecht“

Verdichtung plus Grünflächen

Ein einheitliches Rezept für die nachhaltige Stadtgestaltung gibt es nicht. Zu verschieden sind die individuellen Gegebenheiten jeder Kommune. Viele Städte streben ein Konzept an, dass flächensparende, kompakte und nutzungsgemischte Quartiere zum Ziel hat. Auf diesem Weg können der Verkehr verringert, die Versorgung erleichtert und die Umwelt geschont werden. Aber auch diese Prämisse ist keine allgemein verbindliche Vorgabe. Verdichtung allein ist keine Garantie für Nachhaltigkeit.

Stattdessen ist eine Mischung mit städtischen Grünflächen und einer größtmöglichen Biodiversität im urbanen Raum erstrebenswert. Parks, Wiesen, Gärten, Teiche, Freibadflächen und andere Grünanlagen sorgen u.a. für eine höhere Lebensqualität der Bürger, für eine gute Durchlüftung und Kühlung der Siedlung und sie binden Feinstaub aus der Luft.

Tipps zum Thema „Nachhaltigkeit in Kommunen“ finden Sie auch in Verwaltungsmanagement & Kommunalpolitik.

Autor: WEKA-Redaktion


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